Der Kampf um neue Mitarbeiter beginnt mit der Stellenanzeige

Gute Mitarbeiter zu finden ist heute noch schwieriger geworden, als noch vor einigen Jahren. Die Zahl der Auszubildenden ist rückläufig und viele, gut ausgebildete Fachkräfte werden von Unternehmen anderer Branchen abgeworben.
Dadurch erhöht sich der Bedarf an guten Mitarbeitern und die Anzahl der ausgeschriebenen Arbeitsstellen ständig. Der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter beginnt schon beim Erscheinungsbild Ihrer Stellenanzeige in den Jobportalen oder in den Anzeigenteilen der Tages- oder Fachpresse.

Doch die hohen Investitionen in Stellenanzeigen werden nicht immer durch Erfolg belohnt. Damit Sie von potenziellen Bewerbern gefunden werden und auch einen guten ersten Eindruck hinterlassen, sind einige Dinge zu beachten.

 

 

Unterschied zwischen Print- und Online-Stellenanzeigen

 

Je nachdem, wo Sie Ihre Stellenanzeige aufgeben möchten, sollten Sie folgende Besonderheiten der jeweiligen Medien berücksichtigen.

Besonderheiten der Printmedien-Anzeige
Gestalten Sie Ihre Stellenanzeigen auffällig. Die Stellenanzeigen müssen sich aus dem Umfeld anderer Stellenananzeigen abheben und den Lesern auffallen.
Hierbei helfen die Möglichkeiten, die sich aus dem Freiraum der grafischen Gestaltung in den Printmedien ergeben. Das auffällige gestalten der Schlagzeile oder der Unterschlagzeile, Schrifttypen, Rahmengestaltung, Formate, Farben und / oder Platzierung der Stellenanzeige sind hierbei wichtige Elemente.
Erst nachdem die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Stellenanzeige gelenkt wurde kommt der textliche Inhalt zum Tragen.
Die Chance, eine eher passiv suchende Zielgruppe zu erreichen ist in den Printmedien höher als in den Online-Anzeigen. Allerdings ist auch hier die Auswahl des richtigen Anzeigen-Mediums von größter Wichtigkeit.

Besonderheiten der Online-Anzeige
Online-Anzeigen erscheinen in der Regel in einheitlich gestaltetem Design, dies ist abhängig von den jeweiligen Portalen. Die Möglichkeiten der grafischen Gestaltung Ihrer Stellenanzeige in den Online-Medien entsprechen allerdings nicht annährend den Möglichkeiten der Printmedien.

Die textliche Gestaltung der Stellenanzeige spielt bei den Online-Medien eine deutlich stärkere Rolle. Die Leser sind bewusst auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Um das Interesse des potenziellen Bewerbers auf die eigenen Stellenanzeige zu lenken ist es wichtig, die richtigen Suchbegriffe zu definieren. Fragen Sie sich und Ihre Mitarbeiter wie sie herangehen und nach welchen Begriffen sie suchen würden. Suchen Sie nach einem „Küchenchef“, dem „Chef de cuisine“, einem „Küchenleiter“ oder nach einem „Küchenmeister“?
Weitere Möglichkeiten schneller gefunden zu werden sind gute Schlagzeilen und Unterschlagzeilen in Verbindung mit einer guten Verschlagwortung (Suchbegriffe der Leser). Angaben zum Standort und andere Suchoptionen sollten richtig und vollständig eingegeben werden, da so Ihre Stellenanzeige schnell gefunden wird.
Dem Thema Text kommt bei der Online-Stellenanzeige schon sehr früh eine entscheidende Bedeutung zu, während in der Print-Anzeige zunächst die optische Abgrenzung von Bedeutung ist.

 

 

Bewerben Sie Ihren Standort und die Besonderheiten Ihres Unternehmens

 

Sollten Sie Mitarbeiter für einen weniger attraktiven Standort suchen, dann sollten Sie die positiven Besonderheiten dieses Standorts deutlich hervorheben.
Beispiele hierfür könnten die günstigeren Mieten, ortsnah verfügbare Krabbel- oder Kindergartenplätze sein. Werben Sie mit interessanten Freizeit-, Sport- und Kulturangeboten oder den guten öffentlichen Verkehrsanbindungen …
Umgekehrt kann es natürlich sein, dass Sie in Ballungsgebieten durch die Unterstützung bei der Wohnungssuche oder die Kostenübernahme der Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel das Interesse Ihrer Leser gewinnen.
Stellen Sie weitere positive Anreize schon in der Stellenanzeige dar.
Regelmäßige Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter, attraktive Vergütung aus Fixgehalt und Leistungsprämien oder besondere Arbeitszeitregelungen wie Schichtdienst statt Teildienst sollten genannt werden, wenn sie nicht branchenüblich sind und somit noch etwas Besonderes darstellen.
Stellen Sie Arbeitskleidung oder bezahlen Sie Messergeld? Dann sollten diese Punkte ebenfalls schon genannt werden.

 

 

Bewerbern die Kontaktaufnahme einfach gestalten

 

Beschränken Sie die Kontaktaufnahme potenzieller Bewerber nicht auf wenige, bestimmte Medien. Sehr unvorteilhaft sind Onlinebewerbungstools bei denen Bewerber Fragebögen ausfüllen, Dateien hochladen und das Bewerbungsanschreiben in Textfelder eintragen müssen. Diese Tools bieten zwar für das Unternehmen eine gute Möglichkeit der Auswertung, sind allerdings nicht gerade bewerberfreundlich. Interessierte Bewerber verzichten oft darauf, diesen zusätzlichen Aufwand zu betreiben.
Benennen Sie eine Ansprechperson und stellen Sie alle benötigten Kontaktdaten wie Anschrift, Telefonnummer oder Webadresse Ihres Unternehmens und die E-Mailadresse für die Zustellung der Bewerbungsunterlagen zur Verfügung.

Fordern Sie die Leser Ihrer Stellenanzeige auf, sich bei Ihnen zu bewerben, wählen Sie eine Formulierung die alle Wege offen lässt. Beispiel:
„Wir würden Sie gerne kennen lernen Herr/Frau … freut sich auf Ihre aussagekräftige Bewerbung…“
Hauptziel Ihrer Stellenanzeige ist es, den Kontakt zu den Bewerberkandidaten zu erhalten. Alle weiteren Schritte und Maßnahmen sollten in Ihrem Einstellungsprozess definiert sein und Sie jetzt bei der Auswahl des richtigen Bewerbers unterstützen.

 

 

Das sollte eine gute Stellenanzeige beinhalten

 

Weniger ist oft mehr. Eine gute Stellenanzeige sollte folgende Punkte beinhalten:

– Eine starke Schlagzeile, die Aufmerksamkeit erregt.
– Die Haupttätigkeit sollte in der Schlagzeile und der Unterschlagzeile schon weitgehend erläutert werden.
– Einen kurzen Einleitungstext (2 Sätze genügen hier oft schon).
– Ergänzende Erklärungen zu den Aufgabeninhalten der Stellen. (Hilfreich sind hierbei die Angaben aus dem Funktionendiagramm).
– Heben Sie die Besonderheiten der Stelle, des Unternehmens und der Region hervor.
– Geben Sie Ihre Kontaktdaten vollständig an. Sie sollten alle Wege der Kontaktaufnahme offen lassen.

 

 

Fazit

 

Investieren Sie etwas Zeit in die Ausarbeitung Ihrer Stellenanzeige. Je nachdem welche Medien Sie nutzen, sollten Sie den Schwerpunkt verlagern. Bei Printmedien-Anzeigen steht das optisch auffallende Design im Fokus. Ihre Stellenanzeige soll sich hier von anderen Anzeigen ansprechend abheben. Bei Online-Anzeigen dagegen liegt der Schwerpunkt auf der richtigen Auswahl der Such- und Schlagworte die von Ihren potenziellen Bewerbern gesucht werden.
Halten Sie Ihre Einleitungstexte kurz und stellen Sie dafür Ihre Vorzüge gegenüber Ihren Mitbewerbern deutlich hervor.
Lassen Sie Ihren Bewerbern den Weg der Kontaktaufnahme offen. Das Ziel jeder Stellenanzeige ist das Herstellen eines Erstkontaktes, der dann mit einer Einstellung enden kann.

 

 

Wie halten Sie es mit der Suche nach neuen Arbeitskräften? Nutzen Sie Onlinebewerbungsportale oder noch traditionell die Anzeigensparten der Fachpresse oder Tageszeitungen für Ihre Stellenanzeigen? Mich würde Ihre Erfahrung zu diesem Thema interessieren – in welchen Medien haben Sie die besten Erfahrungen gesammelt?
Ich freue mich auf Ihre Kommentare

Ihr Uwe Plappert